Magen kennenlernen, gesund abnehmen
Das Funktionsprinzip eines Organs und der Hunger-Mechanismus
Unser Magen, der von außen betrachtet wie eine einfache Struktur aussieht, ist tatsächlich ein riesiges Organ, das unermüdlich arbeitet, um alles zu verdauen, was wir essen und trinken. Unabhängig davon, ob die aufgenommenen Lebensmittel sauer oder basisch sind, versucht er, alle darin enthaltenen giftigen Substanzen und unterstützenden Elemente zu verarbeiten. Während der Magen eisgekühlte Lebensmittel auf seine eigene Temperatur bringt, kühlt er heiße Suppen und Gerichte auf seine eigene Temperatur ab, um sie zu verdauen.
Dieses Organ wandelt durch die von ihm abgesonderten Säuren, Enzyme wie Pepsin und Pepsinogen alles – Protein, Fett, Süßes oder Saures – in Chymus um. Es setzt diesen gesamten Prozess wie eine 24 Stunden arbeitende Fabrik fort, um die Lebensmittel in den Darm zu transportieren. Medikamente und andere Substanzen, die in den Körper aufgenommen werden, werden versucht, im Magen zu einer breiigen Konsistenz verarbeitet zu werden. Wenn jedoch die Säuremenge durch den Magen erhöht wird, können manchmal auch riskante Situationen entstehen.
Unter normalen Bedingungen schädigt sich der Magen nicht selbst, aber wenn es eine Schwäche oder ein Problem gibt, kann er beginnen, sein eigenes Gewebe zu verdauen. Dies führt zu Gastritis und Geschwüren; die durch Stress und vagale Aktivität erhöhte Säuremenge kann sogar zu einem Magendurchbruch führen. Wenn dieser Durchbruch oder Geschwüre auf ein Blutgefäß treffen, können schwere Magenblutungen auftreten. Der Magen ist auch anatomisch sehr besonders; er wird durch zwei Arterien und zwei Venensysteme unterstützt, ähnlich den Blutsystemen, die zu den Hoden und dem Gehirn führen. So sammelt sich nach dem Essen etwa ein Drittel des Blutes im Körper um den Magen, um die Funktion dieses aufopferungsvollen Organs zu unterstützen.
Neben dieser Arbeitskraft des Magens ist das Ghrelin-Hormon, auf das Chirurgen insbesondere bei Adipositas-Operationen achten, von entscheidender Bedeutung. Dieses im Fundus des Magens produzierte Hormon ist einer der Eckpfeiler, der das Hunger- und Sättigungsgefühl einer Person, ihr unstillbares Verlangen oder ihre schnelle Sättigung bestimmt. Dieses proteinbasierte Hormon, das aus 28 Aminosäuren besteht, kann auch den Belohnungsmechanismus des Körpers auslösen.
Ghrelin-Hormon allein zeigt keine Wirkung; um zu funktionieren, benötigt es das Enzym 'Ghrelin-O-Acetyltransferase', das wie ein Sicherheitsventil wirkt. Ohne dieses Enzym kann das Hormon nicht aktiviert werden und es entsteht kein Hungergefühl. Es ist jedoch derzeit nicht möglich, ein Medikament zu verwenden, das dieses Hormon vollständig unterdrückt. Denn Ghrelin steuert nicht nur den Hunger; es löst auch das Wachstumshormon aus, unterstützt das Herz-Kreislauf-System und reguliert das Motivationsgefühl. Das vollständige Fehlen dieses Hormons kann zu Depressionen und Mangelerscheinungen im Knochenmark und im Körperstoffwechsel führen.
Derzeit werden intensive Forschungsarbeiten an Medikamenten durchgeführt, die das aktivierende Enzym für Ghrelin unterdrücken, anstatt das Ghrelin-Hormon direkt zu unterdrücken. Wenn das Hungergefühl in Zukunft durch die Kontrolle dieses Enzyms gesteuert werden kann, wird erwartet, dass im Kampf gegen Adipositas erhebliche Fortschritte erzielt werden.