Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow und Hyperthyreose
Entwicklungsprozesse von Schilddrüsenerkrankungen, Immunangriffe und Behandlungsansätze
Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis sind Zustände, die durch Autoimmunangriffe des Immunsystems auf körpereigene Gewebe entstehen und die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Obwohl in der Bevölkerung weit verbreitet ist, dass die Jodaufnahme diese Krankheiten direkt verursacht, ist diese Vorstellung völlig falsch. Jod allein ist nicht die Ursache dieser Krankheiten; um diese Prozesse zu verstehen, muss zunächst untersucht werden, warum und wie das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift.
Wenn das Immunsystem durch virale Infektionen, schwere Stressfaktoren, bakterielle Faktoren, bestimmte chemische Kosmetika oder Neurotoxine aktiviert wird, kann es die Selbstsignale innerhalb der Schilddrüsenzellen nicht mehr erkennen. In diesem Fall nimmt das Immunsystem das Schilddrüsengewebe als fremde Struktur wahr und greift es an. Bei Hashimoto erfolgt dieser Angriff direkt auf das Gewebe, indem Zellen zerstört werden. Der durch den Zerfall des Gewebes freigesetzte Hormonüberschuss führt anfänglich zu einem vorübergehenden hyperthyreoten Schub, indem die T3- und T4-Spiegel ansteigen. Wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden und die Schübe fortbestehen, sterben die Zellen mit der Zeit ab, können keine Hormone mehr produzieren, und das Krankheitsbild wandelt sich in eine Hypothyreose.
Bei Morbus Basedow verhält es sich anders. Auch hier liegt ein Angriff des Immunsystems vor, jedoch beginnt die Schilddrüse, ungeachtet der TSH-Stimulation der Hypophyse, unaufhörlich Thyroxin zu produzieren. Bei Morbus Basedow kommt es in der Regel nicht zu Gewebeschäden oder einer Umwandlung in eine Hypothyreose; stattdessen liegt ein ständiger Zustand der Hyperthyreose vor. Dieser Zustand kann zu einem toxischen Krankheitsbild mit Symptomen wie starker Gewichtsabnahme, Herzrasen, Gehirnnebel, Haarausfall und Zittern führen.
In den Behandlungsprozessen können kortisonähnliche Medikamente zur Immunsuppression und spezielle Medikamentengruppen zur Behandlung der Hyperthyreose eingesetzt werden. Medikamente wie Methimazol und Propylthiouracil zielen darauf ab, die Produktion neuer Hormone zu stoppen, indem sie das Enzym Thyroxinperoxidase (TPO) in den Schilddrüsenzellen hemmen. Propylthiouracil-Medikamente können aufgrund ihrer Fähigkeit, die Umwandlung von T4 in T3 im Blut zu verhindern, bei akuten Krisen bevorzugt werden.
Bei Hashimoto-Patienten wird in der Diagnose die Anwesenheit von Anti-TPO-Antikörpern untersucht. Zunächst kann der Prozess durch unterstützende Maßnahmen zur Immunbalance, zur Kontrolle der Herzfrequenz oder zur Beruhigung gesteuert werden, anstatt direkt Schilddrüsenfunktionshemmer einzusetzen. Wenn das Schilddrüsengewebe stark zerstört ist, kann die externe Zufuhr von Schilddrüsenhormonen zur Notwendigkeit werden, da der Körper keine Hormone mehr produzieren kann.
Bei Morbus-Basedow-Patienten ist aufgrund der ständigen Hyperthyreose eine hochdosierte medikamentöse Behandlung und eine Kontrolle der Herzfrequenz unerlässlich. In Fällen, in denen die Erkrankung medikamentös nicht beherrscht werden kann und eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma) vorliegt, kann eine chirurgische Intervention in Betracht gezogen werden. Vor der Operation können Maßnahmen wie die Anwendung von hochdosiertem Jod ergriffen werden, um die Durchblutung des Schilddrüsengewebes und die Erweiterung der Blutgefäße zu verhindern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die alleinige Jodzufuhr niemanden zu einem Hashimoto- oder Morbus-Basedow-Patienten macht. Diese Krankheiten werden eher mit Faktoren in Verbindung gebracht, die das Immunsystem irritieren, wie z. B. langanhaltende Fastenkuren, schwere Stressfaktoren und neurotoxische Einwirkungen. Dass das Immunsystem körpereigene Gewebe nicht erkennt, kann nicht nur die Schilddrüse, sondern auch andere Organe wie Nieren, Leber oder Lunge betreffen. Daher wird die Konsultation von Fachärzten empfohlen, um die Unterschiede bei Schilddrüsenproblemen richtig zu erkennen und den geeigneten Prozess zu steuern.