Was man bei der Anwendung von Vitamin D wissen muss
Das Gleichgewicht zwischen Sonne, Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
Die Anwendung von Vitamin-D-Präparaten, ihre Vorteile und wie sie angewendet werden sollten, gehören zu den am häufigsten gestellten Fragen. Vitamin D kommt in der Natur nicht direkt fertig vor; stattdessen sind Vorläuferstoffe des Vitamins, also Rohstoffe, vorhanden. Diese Vorläufer werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: der Vorläufer von Vitamin D3 (Dehydrocholesterol), der in tierischen Lebensmitteln wie fettem Fisch und Fleisch enthalten ist, und der Vorläufer von Vitamin D2 (Ergosterol), der in Gemüse, Pilzen und Hefen vorkommt. Insbesondere Veganer sollten auf diese Unterscheidung achten.
Diese vom Körper aufgenommenen Vorläuferstoffe gelangen über das Verdauungssystem in die Leber und unter die Haut. Diese in der Haut untergebrachten Stoffe sind anfangs nicht aktiv. Nach einer Reihe von Prozessen in der Leber entsteht ein Rohstoff namens Calcidiol, der sich an ein spezielles Protein bindet und beginnt, im Blutkreislauf zu zirkulieren. Die im Labor gemessenen Vitamin-D-Werte repräsentieren tatsächlich diesen nicht aktivierten Rohstoff, der im Blut zirkuliert. Hier ist Vorsicht geboten; denn obwohl Ihr Speicher voll ist, kann die zirkulierende Menge im Blut gering erscheinen, und dies kann dazu führen, dass Personen unüberlegt hohe Dosen von Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen.
Der Prozess, durch den Vitamin D zu einem echten Hormon wird, wird in den Nieren abgeschlossen. Wenn das zirkulierende Material die Nieren erreicht, resorbiert der Körper diesen Stoff zurück und wandelt ihn in eine dreifach sauerstoffhaltige Struktur namens Calcitriol um. Vitamin D, das nun die Eigenschaften eines Hormons besitzt, wird ab diesem Stadium aktiviert. Damit dieses komplexe System gesund funktionieren kann, müssen Leber und Nieren einwandfrei arbeiten, und die Nebenschilddrüse, die die Kalziumspiegel kontrolliert und die Rückresorption organisiert, sowie das Parathormon müssen gesund sein.
Wenn in diesen Organen oder im Hormonsystem eine Störung vorliegt, kann die von außen zugeführte hohe Dosis Vitamin D statt nützlich zu sein, ernsthafte Schäden verursachen. Unkontrollierte und hochdosierte Anwendung; sie kann zu Nierensteinen aufgrund erhöhten Kalziumspiegels, Leberschäden, Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), neurologischen Problemen und sogar zu einer Beeinträchtigung der Knochengesundheit führen. Daher sollte die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln unbedingt in Absprache mit einem Arzt geplant werden.
Vitamin D ist ein unverzichtbarer Parameter für die Knochengesundheit, das gestreifte Muskelsystem und den Herzrhythmus. Es hat auch deutliche Auswirkungen auf die psychische Verfassung. Vitamin-D-Mangel kann mit depressiven Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werden, während die durch Sonnenlicht aktivierte Freisetzung des Vitamins ins Blut bei Menschen Gefühle von Euphorie und Glück hervorrufen kann. Man sollte sich jedoch nicht von der Vorstellung leiten lassen "was kann schon eine Pille schaden"; es darf nicht vergessen werden, dass alles, was zu viel ist, ebenso schädlich sein kann wie zu wenig.
Die auf dem Markt erhältlichen Vitamin-D-Präparate sind in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen erhältlich. Da es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt, sollten Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Vitamin D3 in Kapselform wird üblicherweise aus Lanolin gewonnen, das aus Schaffwolle stammt, und in Fabriken durch UV-Licht nachgeahmt, um den natürlichen Prozess zu simulieren. Wenn hochwertige Tropfenformen verwendet werden, sollte die geeignete Dosis unter Berücksichtigung der Ernährungsweise und des Sonneneinfalls des Einzelnen festgelegt werden. Letztendlich sollte die gesündeste Entscheidung bezüglich der Vitamin-D-Anwendung im Einklang mit den physiologischen Prozessen der Person und unter ärztlicher Aufsicht getroffen werden.