IBS, Reizdarmsyndrom ist keine organische Krankheit
Von der Kommunikation zwischen Gehirn und Darm zu funktionellen Rhythmusstörungen: IBS verstehen
Man kann sich den menschlichen Körper in der Chirurgie als eine Hochgeschwindigkeits-Autobahn mit doppeltem Fahrverkehr vorstellen. Der Vagusnerv, der zehnte der 12 Hirnnerven, ist genau diese Autobahn. Während Signale aus dem Darm über den Vagus zum Gehirn gelangen, bringen alle Signale aus dem Gehirn über denselben Weg Anweisungen zum Darm, und diese Ordnung funktioniert rhythmisch. Der Grund, warum ich diesen Mechanismus erkläre, ist das IBS, das Reizdarmsyndrom, das häufig vorkommt, aber schwer zu diagnostizieren ist.
Um zu verstehen, was das Reizdarmsyndrom ist, muss man sich das klinische Bild ansehen. Es gibt Patienten, die mit starken Bauchschmerzen die Notaufnahme aufsuchen. Bei diesen Patienten werden möglicherweise keine organischen Befunde gefunden; es gibt keine Verhärtung, Schwellung oder Fieber im Bauch. Die Beschwerden des Patienten sind jedoch sehr zahlreich. Es gibt viele Beschwerden wie Schmerzen, starke Blähungen, Durchfall oder tagelange Verstopfung. Das heißt, es gibt keine sichtbaren körperlichen Befunde, aber die unsichtbaren Beschwerden sind unglaublich zahlreich.
Es gibt keine eindeutige Goldstandard-Diagnosemethode, kein Laborergebnis oder keine Bildgebung für das Reizdarmsyndrom. Bei einem Patienten, der mit Bauchschmerzen kommt, wird zunächst eine körperliche Untersuchung durchgeführt, und wenn keine Schwellung, Abwehrspannung oder Fieber festgestellt wird, werden die Untersuchungen vertieft. Zunächst wird mit Ultraschall der Zustand der Organe überprüft, und wenn dies nicht ausreicht, werden Bluttests durchgeführt. Aufgrund der Vielzahl der Beschwerden können auch Koloskopie und Gastroskopie durchgeführt werden. Wenn nach allen diesen Untersuchungen kein Problem festgestellt wird, kann die Diagnose IBS gestellt werden.
Dieses Syndrom ist keine organische Krankheit und beinhaltet keine somatische Veränderung. Aus chirurgischer Sicht sind selbst bei einer Öffnung des Bauches die Darmbewegungen im Darm weich peristaltisch, feucht und regelmäßig. Bei einem solchen Patienten liegen keine Divertikel, Tumore, Steine oder Verstopfungen vor. Daher ist IBS eine Diagnose, die gestellt wird, wenn nach dem Ausschluss aller möglichen organischen Probleme nichts mehr übrig bleibt.
Diese Erkrankung, die häufiger bei Frauen, aber manchmal auch bei Männern auftritt, ist eine Störung des Bewegungsapparates, obwohl es sich nicht um ein organisches Problem handelt. Insbesondere bei Personen mit hoher sympathischer Aktivität, die sensibel, verantwortungsbewusst und das Leben mit Sensibilität angehen, kann diese Situation häufiger beobachtet werden. An dieser Stelle greift ein zweites System zur Steuerung des Darms ein, die aus dem Rückenmark austretenden splanchnischen Nerven. Gedanken, Verantwortlichkeiten und Empfindlichkeiten im Gehirn können in diesen Bereich gelangen und die Darmbewegungen erhöhen oder stören. Aufgrund der psychologischen Identität und der Art und Weise, wie die Person das Leben wahrnimmt, ändert sich der Bewegungsrhythmus des Darms ohne ein organisches Problem. Wenn die Schmerzschwelle niedrig ist, können starke Schmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungsschübe auftreten.
Eine der Ursachen der Krankheit kann eine Empfindlichkeit gegenüber Lebensmitteln sein. Daher kann es notwendig sein, auf Lebensmittelintoleranzen wie Laktoseintoleranz und Galaktoseintoleranz zu achten und die Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Lebensmitteln zu kontrollieren. Die unsichtbaren Schmerzen und Leiden, die trotz aller Kontrollen, fehlenden Verstopfungen oder organischen Läsionen auftreten, können mehr Beschwerden verursachen als die sichtbaren Probleme. So wie unsichtbare Schmerzen im Leben, unbemerkte psychische oder soziale Beziehungen und sozialer Druck sich ansammeln und zu Verhaltensproblemen führen können, können auch funktionelle Rhythmusstörungen im Darm auftreten.
Der Behandlungsprozess wird in der Regel schrittweise angegangen. Zunächst wird empfohlen, auf die Ernährung zu achten und zu prüfen, ob eine Lebensmittelintoleranz vorliegt. Da Schmerzen und Probleme auftreten, können glatte Muskelspasmolytika eingesetzt werden; Medikamente für quergestreifte Muskeln sind hier möglicherweise nicht wirksam. Darüber hinaus können Medikamentengruppen, die helfen, den Rhythmus der Darmbewegungen zu regulieren, von Vorteil sein.
Einer der wichtigsten Punkte ist, dass diese Krankheit mit der Empfindlichkeit, Emotionalität und Lebenseinstellung der Person zusammenhängen kann. Daher kann die Anwendung bestimmter Medikamentengruppen, die das zentrale Nervensystem in Balance halten und als zentrale SSR bekannt sind, mit der Unterstützung eines Psychiaters in Betracht gezogen werden. Dieser Ansatz kann eine deutliche Linderung verschaffen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Reizdarmsyndrom keine somatische Erkrankung ist, die eine Operation erfordert, sondern eine Arbeitsrhythmusstörung, ein funktioneller Zustand. So wie der Lebensfluss; wenn man zu schnell rennt, wird man müde, wenn man anhält, stockt es. Aber wenn man im Gleichgewicht ist und eine gesunde, ausgeglichene Beziehung zu seiner Umwelt und sich selbst aufbaut, können sich die Beschwerden im Zusammenhang mit diesem Syndrom verringern.