Der Energiekalender des Körpers
Wie unsere körpereigene Hormonuhr unsere Energie beeinflusst
Wenn die Müdigkeit des Tages über Sie hereinbricht und Sie nach einem ganzen Tag Arbeit und Exposition gegenüber der Außenwelt nach Hause kommen, spüren Sie, wie die Energie des Morgens langsam nachlässt. Die Umgebung, die Menschen und die äußeren Einflüsse, mit denen Sie im Laufe des Tages in Berührung kommen, hinterlassen Spuren im Körper. Deshalb beginnt der Körper am Ende des Tages, sich auf die Ruhe vorzubereiten.
In diesem Übergangsmoment entwickeln manche Menschen einfache Rituale, um ihren Körper zu reinigen und zu entspannen. Eine warme Dusche zu nehmen und das Wasser über den Körper fließen zu lassen, ohne sich einem Reinigungsprozess zu unterziehen, kann ein Weg sein, die Last des Tages hinter sich zu lassen. Dieser Moment ist wie ein stilles Signal, das dem Körper erinnert, dass die Zeit der Ruhe naht.
Wenn die Nacht fortschreitet und es etwa 22-23 Uhr ist, beginnt der Melatoninspiegel, ein Derivat von Serotonin, zu steigen. Mit dem Anstieg von Melatonin beginnt das Gehirn, den Übergang in den Schlaf einzuleiten. Gleichzeitig übt dieses Hormon eine unterdrückende Wirkung auf viele im Körper ausgeschüttete Systeme aus und verlangsamt den Rhythmus lebenswichtiger Prozesse wie Herzschlag und Leberfunktionen, um den Organismus auf den Schlaf vorzubereiten.
Nach einem guten und tiefen Schlaf, in der Regel nach 4-7 Stunden Ruhe, beginnt mit dem Anbruch des Tages ein ganz anderer Prozess im Körper. Interessanterweise fallen Geburten und Todesfälle oft in diese Stunden. Auch wenn die Ursache nicht immer klar ist, ist diese Zeitspanne wie eine Schwelle, an der intensive biologische Übergänge stattfinden.
Mit dem Anbruch des Morgens gehört Cortisol zu den ersten Hormonen, die aktiviert werden. Daraufhin werden Aldosteron und Schilddrüsenhormone schnell aktiviert. Diese hormonelle Aktivität sendet eine starke Botschaft an den Organismus: Es ist Zeit aufzuwachen, es ist Zeit sich zu bewegen. Alle Zellen und Gewebe bereiten sich darauf vor, auf diesen Ruf zu reagieren.
Die Menschen haben Kalender erfunden, um die Zeit zu verstehen. Gregorianische Kalender, islamische Kalender, Zeitsysteme verschiedener Kulturen... Doch der eigene Kalender des Körpers wird jeden Tag neu geschrieben. Aus der Sicht eines Chirurgen durchläuft der Organismus jede Nacht eine Transformation; am Morgen erwacht er nicht nur zu einem neuen Tag, sondern zu einem neuen Leben.
Der Körper, der spät in der Nacht einschläft, bereitet sich im Morgengrauen auf das Erwachen vor, beeinflusst durch seinen zirkadianen Rhythmus. Die Nebennieren beginnen zu arbeiten, Hormone werden ausgeschüttet, das System wird aktiviert. Die stärksten chemischen und physiologischen Unterstützungen des Tages werden zu diesen Zeiten geleistet. Doch oft wird diese Phase unbemerkt vorübergehen.
An Morgen, an denen man spät aufwacht, verlieren diese unterstützenden Hormone, die ausgeschüttet werden, um den Körper in Schwung zu bringen, allmählich ihre Wirkung. Wenn man mittags aufwacht, spürt man, dass der größte Teil der Energie des Tages bereits aufgebraucht ist. So wie der Anfang des Jahres verpasst wird, wird auch der Beginn des eigenen körpereigenen Kalenders übersehen.
Doch die Natur bietet jeden Tag eine neue Chance. Für diejenigen, die früh am Abend einschlafen und den Morgen wie den Beginn eines neuen Jahres begrüßen können, ist der Körper voller Enthusiasmus, Energie und Hoffnung. Es ist möglich, diesen Rhythmus nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag zu finden.
Jeden Morgen diesen kraftvollen und lebendigen Prozess wahrzunehmen, mit dem der innere Arzt Sie auf den Tag vorbereitet, kann den Tag heller, angenehmer und bedeutungsvoller machen. Ein Leben im Einklang mit diesem inneren Kalender spiegelt sich nicht nur in der individuellen Energie, sondern auch in der Lebenseinstellung wider.
Ein hoffnungsvolleres, ausgeglicheneres und friedlicheres Leben beginnt damit, auf den Rhythmus des Körpers zu hören. Jeder Tag ist eine Einladung, diesen stillen, aber mächtigen Kalender neu zu lesen.