Vitamine, Mineralstoffe, unterstützende Nahrungsergänzungsmittel

Ergänzungen und die Bedeutung der ärztlichen Kontrolle


Ich höre oft die folgenden Fragen von meinen Patienten: "Doktor, kann ich dieses Medikament einnehmen?", "Ist es in Ordnung, dieses Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen?" Unter den am häufigsten gestellten Nahrungsergänzungsmitteln ist Citicolin. Citicolin ist eine der wichtigsten Substanzen, die das Gehirn verwendet. Wenn Sie jedoch täglich ein Ei essen, können Sie Ihren Citicolinbedarf auf natürliche Weise vollständig decken.

Ein weiteres häufig nachgefragtes Ergänzungsmittel ist Kollagen. Kollagen wird vom Körper bis zum Alter von 30–40 Jahren leicht produziert. Ein Mangel tritt in der Regel im höheren Alter oder bei schwerer Mangelernährung auf. Eine Portion Fisch, ein Stück Fleisch oder ein mit Knochenbrühe zubereitetes Gericht reichen oft aus, um den täglichen Kollagenbedarf zu decken.

An dritter Stelle stehen Multivitaminpräparate, die angeblich 30–40 verschiedene Vitamine enthalten. Das Hauptproblem ist hier: Die Person weiß nicht, was sie braucht. Fehlt Vitamin A, B-Vitamine, Vitamin C oder ein Mineralstoff? Nicht immer ist es sinnvoll, alles in kleinen Mengen in derselben Kapsel zu vereinen. Wenn der Bedarf von einem Arzt festgestellt wurde, können die benötigten Vitamine oder Mineralstoffe leicht einzeln oder in Zweierkombinationen verabreicht werden.

Einige Nahrungsergänzungsmittel werden mit der Erwartung einer beruhigenden, sedativen Wirkung eingenommen. Wenn man jedoch auf den Lebensstil schaut; Menschen, die sich ausgewogen ernähren, ausreichend Gemüse und Obst konsumieren und gesunde familiäre und soziale Beziehungen pflegen, brauchen diese Präparate oft nicht. Anstatt die innere Begeisterung mit Medikamenten zu unterdrücken, ist eine Überprüfung der Lebensgewohnheiten eine viel dauerhaftere Lösung.

Als Arzt kann ich klar sagen: Bis zum Alter von 50–60 Jahren, sofern keine ernsthaften Ernährungsprobleme, Kachexie oder eine spezielle Krankheit vorliegen, empfehle ich keine individuelle Einnahme von unterstützenden Therapien aus der Apotheke. Ob Nahrungsergänzungsmittel benötigt werden, muss durch Blutuntersuchungen, routinemäßige Tests, eine Untersuchung und eine detaillierte Anamnese ermittelt werden. Was die Person isst, was sie trinkt und wie ihre tägliche Ernährung aussieht, ist bei dieser Beurteilung sehr wichtig.

Bei älteren Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren und keine Proteine und Vitamine aufnehmen können, können unterstützende Therapien natürlich notwendig sein. Diese Entscheidung muss jedoch unbedingt von einem Arzt getroffen werden. Die zufällige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist sowohl unnötig als auch riskant.

Darüber hinaus sind die meisten dieser Produkte recht teuer. Eine Person, die vier verschiedene Präparate einnimmt, hat monatlich erhebliche Kosten. Das gleiche Budget für richtig ausgewählte Lebensmittel auszugeben; sich auf Getreide, Gemüse und Hausmannskost zu konzentrieren, ist ein viel nachhaltigerer und vorteilhafterer Ansatz. Selbst eine einfache Tarhana-Suppe kann eine starke Unterstützung sein, wenn sie richtig zubereitet wird.

Zu viel von Nahrungsergänzungsmitteln ist auch schädlich. Ein Überschuss an Vitamin A kann zu Blutungen führen, eine hohe Zufuhr von Vitamin C oder B12 kann toxische Wirkungen haben. Daher ist zusätzlicher Support für die meisten Menschen unnötig, wenn eine Ernährung vorhanden ist, die über eine Woche verteilt 30–40 verschiedene natürliche Lebensmittel in kleinen, aber regelmäßigen Mengen konsumiert.

Während sich einige Leute über Chemikalien in Lebensmitteln beschweren, hinterfragen sie nicht, wie die von ihnen eingenommenen Kapseln und Tabletten hergestellt werden. Doch auch die Verpackungen, Kapseln und Inhaltsstoffe dieser Produkte können verschiedene Chemikalien enthalten.

Daher ist es sehr wertvoll, eine starke Beziehung zu Ihrem Arzt aufzubauen. Insbesondere Hausärzte sind Ihre wichtigsten Gesundheitsberater, die Ihre Tests durchführen, Sie kennen und Ihren tatsächlichen Bedarf einschätzen können. Anstatt unnötigerweise Krankenhäuser wegen Vitaminanfragen zu belasten, ist es ein viel besserer Ansatz, diesen Prozess mit Ihrem Hausarzt zu managen.

Die Hausarztmedizin ist ein wichtiges System, das die Gesundheit des Einzelnen ganzheitlich betrachtet und unnötige Tests und Überweisungen vermeidet. Daher ist die Stärkung Ihrer Beziehung zu Ihrem Hausarzt für ein gesundes Leben oft der richtige Schritt.


Dieser Inhalt wurde gemäß RG 33075 erstellt und dient allgemeinen Informationszwecken. Bei persönlichen oder spezifischen medizinischen Anliegen konsultieren Sie bitte Ihren eigenen Arzt.

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