Erkenne Deine Biologische Identität!
Dopamin und Serotonin...
Wenn wir Menschen beschreiben und verstehen wollen, wer sie sind, übersehen wir oft zwei entscheidende Faktoren: Dopamin und Serotonin. Diese beiden Neurotransmitter bilden die tiefsten biologischen Bausteine von Persönlichkeit, Verhalten und Lebensperspektive. Beide sind gleichzeitig im Organismus vorhanden — einer kann dominieren oder sie können im Gleichgewicht sein.
Dopamin wird mit Aggression, Verlangen, Ehrgeiz und unerfüllten Gefühlen in Verbindung gebracht. Es arbeitet mit Noradrenalin und Adrenalin aus den Nebennieren zusammen. Bei jungen Menschen ist der Dopaminspiegel oft höher; daher sind Risikobereitschaft, Lustsuche und Anfälligkeit für Abhängigkeiten häufiger. Menschen mit hohem Dopamin „kaufen“ Lust, suchen ständig ein höheres Niveau, langweilen sich schnell, verlieren das Interesse und erwarten Applaus und Anerkennung.
Serotonin hingegen stellt eine völlig andere chemische Identität dar. Es ist gebend, nicht nehmend — ein Hormon des Friedens und der Beständigkeit. Bei Serotonin zählt nicht das Erreichen des Ziels, sondern der Weg dorthin. Es erzeugt Liebe, stärkt Beziehungen und unterstützt Ruhe und Harmonie.
Wenn Sie sich umsehen, erkennen Sie das leicht: Manche Menschen wollen ständig besitzen, mehr erreichen und mehr Genuss erzeugen — eine dominante Dopamin-Identität. Andere finden ihr Glück im Geben, Teilen und Verbinden — eine Serotonin-Identität.
Diese beiden Identitäten bestimmen die grundlegenden Verhaltensmuster der menschlichen Biologie; sie können jedoch nicht vollständig verändert werden. Ein Mensch, der seine Identität kennt, kann sich jedoch mit der Zeit — etwa durch serotoninunterstützende Medikamente oder passende Ernährung — einer reiferen, ausgeglicheneren Struktur annähern.
Die Ernährung spielt eine große Rolle bei der Produktion von Dopamin und Serotonin. Die Proteine des menschlichen Körpers bestehen aus 20 Aminosäuren; acht davon sind essenziell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Phenylalanin und Tryptophan sind die Grundbausteine von Dopamin und Serotonin. Lebensmittel wie Bananen, Ananas, rotes Fleisch, bestimmte Getreidesorten und besonders Putenfleisch fördern die Serotoninproduktion.
Auch Sonnenlicht ist sehr wichtig. In nördlichen Ländern mit wenig Sonneneinstrahlung wird Melatonin — das Endprodukt von Serotonin — unterdrückt; der Schlafrhythmus wird gestört und die Stimmung beeinflusst. Daher ist es wichtig, in der eigenen Ernährung auf Tryptophan- und Phenylalaninquellen zu achten — ein wichtiger Schritt, um die eigene biologische Identität zu verstehen.
Letztlich lässt sich die Identität nicht vollständig verändern; aber sie kann mit Bewusstsein ausgeglichen werden. Ist Serotonin hoch, kann Dopamin unterstützt werden; dominiert Dopamin, kann Serotonin gestärkt werden. Da etwa 90 % des Serotonins im Darm und nur 10 % im Gehirn produziert werden — und diese beiden Systeme nicht miteinander vermischt werden — spielt Ernährung eine entscheidende Rolle.
Wer seine eigene Identität richtig erkennt, seine Bedürfnisse versteht und seinen Lebensstil entsprechend gestaltet, kann ein friedlicheres, reiferes und harmonischeres Leben führen.