Energie und Wasserstoff
Der unsichtbare Treibstoff des Lebens: das biologische Wunder des Wasserstoffs
Den ganzen Tag bewegen wir uns, atmen, wärmen uns und leben weiter. Dabei sind wir nicht an eine Steckdose angeschlossen. Woher bekommen wir diese Energie? Die meisten würden sofort Sauerstoff antworten. Sauerstoff ist Leben, ja. Aber die eigentliche Energiequelle ist nicht Sauerstoff, sondern WASSERSTOFF.
Wasserstoff ist das einfachste, aber bedeutungsvollste Element der Natur. Wie eine Gesellschaft ist er eine Struktur, die gelernt hat, mit anderen Elementen zusammen zu existieren. Er trägt die Feinheit des Zusammenlebens in sich, wie Freundschaften, Ehen oder sogar Nationen. Als Grundstein des Lebens ist Wasserstoff nicht nur im Universum, sondern auch im Menschen ein Ausgleichsfaktor.
Heute betrachtet die Ingenieurwelt Wasserstoff als den Treibstoff der Zukunft. Wenn Wasserstoffenergie in Fahrzeugen genutzt wird, erhält man eine sowohl umweltfreundliche als auch langlebige Energiequelle. Doch dieses Wunder der Natur kann die Ingenieurwissenschaft noch nicht vollständig kontrollieren. Denn Wasserstoff ist extrem brennbar, flüchtig und instabil. Unser Körper hat diese Aufgabe jedoch längst gelöst.
Unser Körper produziert Wasserstoff durch die Oxidation von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten, die wir essen, und über das Wassermolekül. Wenn Nahrung und Wasser – also H2O – in der Zelle zerlegt werden, werden Sauerstoff- und Wasserstoffionen freigesetzt. Während Sauerstoff zu den Zellen geht und diese antreibt, unterstützt die Energie aus Wasserstoff diesen Prozess. Die freigesetzten Wasserstoffionen wandern mit Wasserstoffträgern zu den Mitochondrien und bilden ATP, also Adenosintriphosphat, die grundlegende Energie des Lebens. Dies ist die biologische Batterie des Körpers.
ATP befindet sich am häufigsten im Herzen, gefolgt von der Leber und dem Fettgewebe. Dank dieser Wasserstoffproduktion atmet, arbeitet und lebt jede Zelle. Wasserstoff sorgt mit seiner sowohl brennenden als auch schützenden Kraft auch für das Gleichgewicht des Magens. Die ätzende Kraft der Magensäure wird wiederum durch die von Wasserstoff gebildete Bikarbonatschicht ausgeglichen. Ein Teil desselben Elements spaltet als Säure, ein Teil repariert als Schutzschicht. Dies ist ein fortwährendes Wunder des Gleichgewichts im Leben.
Es ist ebenfalls Wasserstoff, der den pH-Wert des Körpers bei etwa 7,4 hält. Wenn er abnimmt, geht der Körper in Alkalose, wenn er zunimmt, in Azidose. Das bedeutet, der Herzschlag, die Gehirnfunktion, der Atem der Zelle liegen in der Hand dieses kleinen Elements. Wasserstoff ist nicht nur in uns, sondern überall im Universum. Im Licht der Sonne, im Inneren von Gemüse, im Wassertropfen. Wenn wir dieses Gemüse essen, nehmen wir die Sonnenenergie, also Wasserstoff, in uns auf. Deshalb ist Wassertrinken, ausgewogene Ernährung, die richtige Menge an Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten nicht nur Ernährung, sondern eigentlich Energiemanagement.
Längerfristige fettarme Diäten oder extreme Einschränkungen können dieses Energiegleichgewicht des Körpers stören. Sechzig Prozent unseres Gehirns bestehen aus Fett; extreme Einschränkungen führen auch zu einer Erschütterung des neurologischen Gleichgewichts. Für ein gesundes Leben ist es notwendig, Wasser, Fette, Aminosäuren und Kohlenhydrate zusammen und ausgewogen zu sich zu nehmen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man nicht überrascht sein sollte, wenn ein neues Konzept wie die "Wasserstoffdiät" auftaucht. Aber vielleicht ist die einfachste Formel dieser Diät: Trinken Sie täglich zweieinhalb bis drei Liter Wasser und stärken Sie das Wasserstoffgleichgewicht Ihres Körpers durch die Aufnahme von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten.